Nikon oder Canon – (k)eine Glaubensfrage

Jahrelang habe ich mit Canon fotografiert. Meine erste Kamera war eine Canon T-70, die anfangs der 1980er Jahren auf den Markt kam. Die T-70 übernahm die Rolle der A-1 als Spitzenkamera für den engagierten Amateur und bot zusätzlich noch einen eingebauten  Motoraufzug, der den Film automatisch transportierte. Sowohl die T-70 als auch ihr kleinerer Bruder die T-50 hatten noch keinen Autofokus. Zum Einsatz kamen deshalb die Objektive der FD-Reihe, aber auch die F- und A-Serie Objektive konnten weiterhin verwendet werden. Ganz neu war auch die Digitalanzeige auf dem Gehäuse und im Sucher. Die Einstellungen erfolgten durch Druckknöpfe.

Gegen Ende der 1980er Jahre kam dann noch die T-90 dazu. Sie war das letzte, aber gleichzeitig auch das am besten ausgestattete Modell mit dem Canon FD Bajonett. Ihr für die gesamte Kameraentwicklung wegweisendes Produktdesign stammt von Luigi Colani.

Obwohl ich immer zufrieden war mit meinem Equipment, verband mich doch eher eine Hassliebe zu Canon. Aus einem Bauchgefühl heraus war da permanent der Wunsch nach einer Nikon. Obwohl sich Canon langsam aber sicher als Marktführer etabliert hatte, verkörperte die Marke Nikon für mich immer noch die Fotografie als solches und nicht selten waren da Gedanken und Überlegungen zu einem Systemwechsel. Ein Systemwechsel, welcher 1990 um haaresbreite stattgefunden hätte. Es war der Beginn der Autofokus-Spiegelreflexkameras. Während Nikon auch weiterhin auf ihr bewährtes F-Bajonett setzte (und auch heute noch setzt), änderte Canon die Verbindungstechnik zwischen Kameragehäuse und Objektiv und brachte mit der Einführung der Autofokus-SLR auch das neue EF-Bajonett.

Somit war klar, dass ich beim Umstieg auf Autofokus neben einem neuen Gehäuse auch alle meine Objektive ersetzen musste. So oder so eine kostspielige Angelegenheit und im Prinzip egal, ob ich nun auch weiterhin auf Canon setzen würde oder eben doch endlich zu meiner Nikon kam. Um es kurz zu machen: Ich blieb bei Canon, so frei nach dem Motto „wieso soll man Dinge ändern mit denen man jahrelang zufrieden war?“. Dennoch, das Thema Nikon blieb auch weiterhin präsent und ab und zu kamen mir auch“Zweifel“, das Richtige getan zu haben.

Doch zu einem vollwertigen System gehören ja nicht nur Gehäuse und Objektive. Auch Systemblitze, Verbindungskabel, Winkelsucher, spezielle Okkulare, Drahtauslöser und vielleicht auch passende, oder eben nicht passende Filter. Alles Dinge, die man bei einem Systemwechsel  neu kaufen muss und ebenfalls tiefe Löcher ins Portemonnaie reissen können. Und dann gibt es da noch die Aspekte, welche nicht direkt mit Geld aufgewiegt werden können. Ich denke da an neue/andere Bedienkonzepte und dergleichen. Gute Gründe also, doch nicht zu wechseln? Im Prinzip ja, wenn da eben nicht doch…

Aber dazu und warum ich dann doch noch gewechselt habe, sowie meine praktischen Erfahrungen mit den beiden Systemen in der Sportfotografie, erläutere ich in einem zweiten Teil dieses Beitrags.

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