Nikon oder Canon – doch eine Glaubensfrage?

Ein Systemwechsel ist immer auch eine Frage der Finanzierung. Gerade in der heutigen (digitalen) Zeit werden die Entwicklungszyklen auch bei Kameras immer kürzer. Während man zu analogen Zeiten sich einfach den neuesten (Dia-)Film gekauft hat, muss es heute schon eine neue Kamera sein. Trotzdem hat mich der Gedanke an einen Wechsel nie so richtig losgelassen und, im Februar 2009 nahm das Schicksal seinen Lauf. Meine beiden Canonbodys 1D MkII mussten langsam aber sicher einen Nachfolger bekommen. 6 Jahre nach deren Erscheinen merkte man halt einfach in vielen Situationen, dass die Entwicklung nicht stehen geblieben war. Eigentlich schon verrückt, noch wenige Jahre vorher war die 1D MkII das Mass aller Dinge. Und auch damals, 2009, konnte ich mit den Kameras noch wunderbare und teilweise atemberaubenden Bilder machen. Aber Nikon hatte in der Zwischenzeit ihr Portfolio überarbeitet und mit der D3/D700, aber auch mit der D300, fantastische Kameras auf den Markt gebracht. Kameras, denen Canon praktisch nichts entgegen zu setzen hatte (auch wenn direkte Vergleiche immer etwas problematisch sind). Dazu kommt, dass Canon mit der 1D MkIII und deren Autofokusproblematik nicht gerade dazu beitrug, mein Vertrauen in die Marke zu stärken.
Mein Vertrauen in die Marke Canon war schon seit längerem etwas angeknackst. Schon meine erste Digital-SLR, die Canon EOS 10D hatte so ihre Schwierigkeiten mit dem Scharfstellen. Und auch in der Folgezeit musste ich des öfteren die Erfahrung machen, dass ausgerechnet das, in meinen Augen beste Bild nicht das Schärfste aus der Serie war. Und da man eh nur das Beste über den Autofokus der Nikonkameras hörte und las, fanden meine Systemwechselgedanken mehr denn je einen wunderbaren Nährboden.
Wieso also nicht eine D300 mit passendem Kitobjektiv kaufen und einfach mal losziehen und ausprobieren? Keine so schlechte Idee – es gab ja nichts zu verlieren.

Die Vorfreude war gross als ich den goldenen Karton nach Hause trug. Meine erste Nikon… und diese Vorfreude wurde nicht getrübt, zumindest nicht gleich zu Beginn. Gut, es gab da schon einige Dinge die mir von Anfang an nicht so gefielen. Aber die Bildqualität war grossartig und allein schon das Feeling einer Nikon reichte aus, um am Ball zu bleiben.
Schon bald nach dem Kauf der Kamera ging es für einen Städteflug nach Stockholm. Im Gepäck eine Canon EOS 1D MkII, das 24-70mm und das 70-200mm, ein Systemblitz und noch einiges an Zubehör sowie meine neue D300 samt Kitobjektiv. 3 Tage in einer fremden Stadt bedeutet fast pausenlos unterwegs zu sein und Fotos machen. Es wird wohl kaum überraschen, dass ich praktisch ausnahmslos mit der Nikon fotografiert habe. Nur in ganz wenigen Situationen kam meine Canon zum Einsatz. Das aber auch nur, weil mir zu dem Zeitpunkt das entsprechende Teleobjektiv von Nikon fehlte. Und was war mit den Dingen, die mir nicht so gefielen? Da gab es schon ein paar Sachen, die mich ernsthaft störten, aber eben auch ein paar Dinge an die man sich halt einfach erstmal gewöhnen musste (aha, dieses Thema hatten wir doch schon einmal?). Zu Letzterem gehört sicherlich, dass bei Nikon praktisch alles in die entgegengesetzte Richtung funktioniert. Das fängt an beim Aufsetzen des Objektivs und somit der Drehrichtung des Bajonetts, geht weiter über das Einstellen der Belichtungskorrektur und endet schliesslich bei der Drehrichtung beim Zoomen. Jahrelang ging es in die eine Richtung, nun plötzlich in die Andere. Auch die Anordnung der Wahlräder oder die doch recht schwammige Wippe auf der Kamerarückseite gefielen mir nicht so recht. Was mich aber definitiv störte und woran man sich auch nicht gewöhnen kann ist die Anordnung des Suchers. Der Sucher ist von der Kamerarückseite gesehen bei der D300(s) etwas nach vorne versetzt. Wenn man nun wie ich „Linksgucker“ ist und zudem noch Brillenträger, gehört ein verschmiertes rechtes Brillenglas einfach zum Fotoalltag. Und das nervt wirklich – zumindest mich. Gut, man kann da jetzt natürlich einwenden, dass dies nur bei der D300(s) oder kleiner der Fall wäre, aber wieso soll ich mir eine D3s kaufen, wenn die D300(s) doch alle meine Bedürfnisse abdeckt?

Aber eines war zu diesem Zeitpunkt klar – es gab kein Zurück mehr…

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