Nikon oder Canon – Definitiv eine Glaubensfrage

Nein, es gab definitiv kein Zurück mehr…

Obwohl ich noch immer mit dem einen oder anderen Negativaspekt der Nikon zu kämpfen hatte, wollte ich mehr. Mehr Nikon. Zuerst ging es aber nach Vietnam. Mit dabei im Gepäck allerlei Canon Karsumpel und meine neue Nikon D300 mit dem 24-70mm – genau, DAS 24-70mm. Das musste ich mir doch einfach noch holen bevor es in den fernen Osten ging. Ich war echt gespannt, wie sich die Kombi in der Praxis bewähren würde. Wir flogen also nach Ho Chi Minh City, das ehemalige Saigon. Natürlich bin ich schon am ersten Abend losgezogen, um Bilder zu machen. Am nächsten Morgen ging’s dann ins Mekong-Delta. Auch da kam Aufnahme um Aufnahme hinzu. Es machte richtig Spass zu fotografieren. Gut, am unteren Ende fehlte ein wenig Brennweite, aber meistens kann man ja noch einen Schritt zurück gehen und so den Bildwinkel etwas erweitern… Habe ich die Canon bis zu diesem Zeitpunkt vermisst? Nein, um ganz ehrlich zu sein überhaupt nicht. Doch dann geschah es, nach einer Nacht im Mekong-Delta ging es zurück nach Ho Chi Minh City. Wir haben da so gegen 4 Uhr nachmittags wieder im Hotel eingecheckt und die Zimmer bezogen. Da ich noch nicht so wirklich glücklich war mit meiner Ausbeute vom ersten Abend, bin ich sofort nochmals losgezogen, um das eine oder andere Motiv einzufangen. Nein, halt, nicht sofort. Zuerst habe ich noch die Bilder der letzten 3 Tage von der Speicherkarte auf den Mac übertragen und gesichert – zum Glück. Denn kaum 30 Minuten später sah ich meine D300 mitsamt dem 24-70mm in den Händen eines Vietnamesen im Grossstadtdschungel Saigon entschwinden.

Da war sie nun also vorbei, die Nikon-Herrlichkeit. Ab sofort musste/durfte ich wieder mit meiner Canon EOS 1DMkII losziehen. Naja, wenigstens hatte ich jetzt wieder etwas mehr Weitwinkel dank dem EF14-40mm und schlechter wurden die Bilder, zumindest von der Technik her, sicherlich auch nicht. Was aber blieb, oder besser gesagt wieder neu aufflammte war die Frage, soll ich denn nun wirklich zu Nikon wechseln oder doch bei Canon bleiben. Die Frage war damals nicht ganz unwichtig, musste ich doch langsam aber sicher meine etwas in die Jahre gekommenen 1DMkII ersetzen. Man merkte halt einfach, dass die Kamera schon fast 5 Jahre auf dem Markt war. Gerade im Bereich ISO hatte man in der Zwischenzeit riesige Fortschritte gemacht. Die D3 von Nikon hat da einiges ausgelöst. Doch, wie soll man sich entscheiden, wenn auf der einen Seite (Canon) das Flaggschiff, die 1DMkIV sich offensichtlich schwer tut mit dem Scharfstellen (Autofokus-Problematik) und auf der anderen Seite (Nikon) nicht bereit war, mir eine adäquate Ausrüstung gratis zur Verfügung zu stellen😉.

Nun denn, wie schon am Anfang erwähnt, gab es kein Zurück mehr . Und da ich den Glauben und das Vertrauen in Canon in all den Jahren doch etwas verloren hatte, gab es nur noch einen Weg… Ab mit dem Krempel ins Internet und verkaufen, verkaufen und nochmals verkaufen. Zum Glück bleibt das Canonmaterial recht wertstabil, so dass ich den Verkauf relativ zügig über die Bühne bringen konnte und mir schon bald eine adäquate Nikonausrüstung mein Eigen nannte.

Mittlerweile fotografiere ich also seit rund 2 Jahren mit Nikon (mann, wie doch die Zeit vergeht). Der eine oder andere Mythos hat sich leider als Unwahr herausgestellt (Autofokus), andere Features haben mich hingegen mehr als positiv überrascht und mich in meinem Entschluss auf Nikon umzusteigen mehr als nur bestärkt.

Sicher, die Bilder wurden nicht besser, nur weil ich jetzt mit einer Nikon fotografiere. Wenn ich nicht konzentriert oder zu blöd bin, irgendwelche Einstellungen zurück zu setzen, sind die Bilder halt Schrott und landen im Papierkorb. Das ist so, auch bei Canon, Leica, Sony oder wem auch immer.
Aber – es ist dieses Gefühl, dieses unbeschreibliche Gefühl endlich eine Nikon in den Händen zu halten. Zumindest von der Technik her denke ich endlich in der Fotografie angekommen zu sein. Nun kann ich mich voll und ganz auf das Wesentliche konzentrieren, nämlich Bilder zu machen… Ich bin zu Hause.

Hier aber endet die Story noch nicht. In der nächsten Ausgabe will ich die einzelnen Komponenten, also Objektive und Kameras etwas genauer unter die Lupe nehmen. Der Anfang macht dann die D300s. Denn auch da gibt es noch eine ganz amüsante Geschichte zu erzählen.

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