Harte Arbeit – karger Lohn = Sportfotografie

Wenn ich meine Bildhonorare betrachte und diese in Relation zu meinem Aufwand sehe, dann kann ich die Frage gleich und ohne Umschweife mit „Nein“ beantworten. Und dabei geht es nicht einmal so sehr um die Menge an Bildhonoraren, die mir ausbezahlt werden sondern vielmehr um deren Höhe. Sport ist eine schnelllebige Angelegenheit. Heute Vergöttert und morgen Verdammt. Heute ein Star und morgen schon ‚der grosse Verlierer‘. Genauso schnelllebig natürlich die entsprechenden Fotos. Kaum eines der Bilder überdauert die nächsten 24 Stunden. Ausnahmen bestätigen die Regel, doch bleiben sie immer Ausnahmen. Dennoch bleibt ein Erinnerungswert, zumindest für die auf dem Foto abgebildeten Sportler und Sportlerinnen. Aber was ist ihnen dieses Bild wert? Sehr wenig bis gar nichts. Das zeigt sich immer wieder. Anfragen für das eine oder andere Bild aus meinem Online-Archiv gibt es nicht selten. Doch dafür bezahlen? Nein, das denn doch nicht. Lieber nimmt man das unscharfe, verwackelte Handyfoto eines Kollegen. Denn das gibt es umsonst. Aber nicht nur im privaten Umfeld ist das so. Immer mehr werden auch gestandene Profis, die schon seit Jahren im Business sind, von dieser Entwicklung eingeholt. Erst kürzlich las ich in einem Blog eines englischen Sportfotografen, der ebenfalls auf Freelance-Basis arbeitete, dass er den Job quittieren muss:

„I have had to give up sports photography now due to the fact it just is not financially viable.“ … „I will not work as a part time photographer, as this is one of the reasons that makes it hard to work as a full time photographer, when you get bank managers, IT guys etc etc, the guys with too much extra money and no life at a weekend that they have to go take someone else’s job, and then giving their photos away for free or posting them on social networks etc without a watermark so people that may have purchased images in the past can just get a free copy.“

Nichts gegen die „Part time photographer“, ich bin ja selber Einer. Ich frage mich einfach, wieso es schon fast selbstverständlich geworden ist den Fotomarkt zu „untergraben“.

Eine andere Geschichte in diesem Zusammenhang. Immer wieder kommt es vor, dass Bilder im Internet geklaut werden. Man wird buchstäblich dazu verdammt, ein dickes, fettes Copyright-Zeichen mitten im Bild zu platzieren. Ansonsten kann es dir passieren, dass dein Bild auf allen möglichen und unmöglichen Webseiten erscheint, ohne dass man selber auch nur einen Rappen dafür bekommt. Aber ganz ehrlich, mich nerven diese Wasserzeichen. Oftmals verunmöglichen sie nämlich den freien Blick aufs Bild.

Und zum Schluss noch dies: Ganz fies ist die Geschichte, bei der man Stunden mit fotografieren verbringt, freudig die Bestellung von hunderten Fotos bekommt, diese Bestellung selbstverständlich seriös und professionell ausführt und dann auf der Rechnung von über SFr. 800.- sitzenbleibt. Das „Warum“ kann ich an dieser Stelle leider nicht weiter ausführen. Ich kann aber ganz laut in die Welt hinausschreien: „DA SIND GESTOHLENE BILDER VON MIR IM UMLAUF“!!!

Die hier gezeigten Bilder stammen übrigens vom 2. Tag des Internationalen Mehrkampfmeetings von Götzis. Alle Bilder sind wie immer in meinem Online-Archiv zu finden (und zu bestellen).


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