Muss der Sportfotograf sportlich sein?

Jedes fotografische Genre setzt gewisse Fähigkeiten des Fotografen voraus. Je besser man diese erfüllt, umso besser werden die Fotos. Zumindest in der Theorie. Ich spreche natürlich nicht von der Technik (Zeit/Blende), die kann man lernen. Ich spreche vom Gefühl für das Motiv, vom Gefühl für den richtigen Augenblick, vom „Fotografischen Auge“. Aber, in diesem Blog soll es auch nicht darum gehen. In diesem Blog stelle ich ganz einfach mal die (nicht ganz ernst gemeinte) Frage, wie sportlich den Sportfotografen sein müssen.

Schauen wir uns also einmal auf den verschiedenen Sportplätzen um. Gehen wir zuerst einmal in die Fussballstadien dieser Welt. Das ist sicher keine grosse Sache. Das grosse und schwere Teleobjektiv kann bequem bis an den Spielfeldrand im Rollkoffer transportiert werden. Dort angekommen setzt sich der Fotograf auf seinen „WalkStool“ aus dem Campingbedarf, montiert seine „Röhre“ auf dem Einbeinstativ und verfolgt das Spielgeschehen mehrheitlich bis zur Halbzeitpause bequem vom gleichen Platz aus. Ähnliches ist natürlich auf fast allen Ballsportplätzen zu beobachten. Wohl am ausgeprägtesten ist dieses „Sich-nicht-mehr-vom-Fleck-rühren“ beim Baseball. Aber da diese Sportart hier in den heimischen Gefilden nicht so populär ist, betrachte ich das nur als Randerscheinung. Genau das Gegenteil davon sehe ich beim American Football (zumindest in Europa) und natürlich beim Golf. Gut, beim Golf könnte man auf einen Caddy zurück greifen (so denn die Auftragslage extrem gut ist) und allenfalls mit einem Golf Cart durch die Gegend düsen, aber das würde dann doch etwas lächerlich aussehen.

Schon etwas ausgeprägter wird der Bewegungsdrang beim MotoX (nicht Freestyle MotoX) oder Mountainbike Downhill. Diese Sportarten verlangen vom Fotografen schon etwas mehr ab. So eine Downhillstrecke wird dann doch das eine oder andere Mal von Oben-nach-Unten und umgekehrt abgewandert.

Noch extremer wird es dann wohl bei den alpinen Sportarten wie Ski oder Snowboard. Da kann es dann schon auch einmal vorkommen, dass man mehrere 100m die steile und eisige Piste mit Steigeisen hochgehen muss. Oder man begibt sich ins Backcountry. Nicht nur, dass da selten Ski- oder Sessellifte hinführen, nein, oftmals muss man sich dann auch noch durch knietiefen Pulverschnee kämpfen. Nicht selten ist man so tagelang unterwegs. Denn leider liegen eben gerade die interessantesten Spots nicht zwingend neben der Bergstation. Und dann wieder: Das Gewicht das man mitschleppen muss. Nein, ich meine nicht das körperliche Übergewicht. Ich denke da natürlich an das ganze fotografische Equipment, welches einfach dabei sein muss. Und natürlich alles in doppelter Anzahl. Man will ja schliesslich für jeden (Aus-)Fall gerüstet sein.

Also sofort wieder zurück ins Flachland. Aber was bleibt übrig? Ach ja, die Hallensportarten wie Volleyball oder Floorball, Judo oder Gewichtheben. Aber auch die neueren Trendsportarten wie Beachvolleyball oder Beachsoccer beanspruchen die Kondition des Fotografen nicht übermässig.

Habe ich eine Sportart vergessen? Oh ja, natürlich, meine Lieblingssportart – Surfen, oder profaner ausgedrückt: Wellenreiten. Wobei das auch fürs Windsurfen gilt. Da kannst du dich bequem an den Strand setzen, dein 600mm auf ein Dreibeinstativ mit Wimberly vor dich hinstellen und warten. Und falls es dann etwas zu lange dauern sollte oder die Wellen für einmal ausbleiben, kannst du deinen Bizeps durch gezieltes MaiTai trinken stärken. Natürlich darfst du dabei nie auf die Idee kommen, einmal dein für teueres Geld erworbenes Wassergehäuse ausprobieren zu wollen. Denn dann müsstest du dich ja ins Wasser begeben und schwimmen. Aber das denke ich, dürfte wohl selbstverständlich sein.

Ach ja, ich gehe jetzt nach Flims/Laax. Auf Fuchsjagd: RedBull Trailfox ist angesagt…

2 thoughts on “Muss der Sportfotograf sportlich sein?

    1. Hallo Dieter
      Danke für dein Interesse an meinem Blog.

      Zu deiner Frage: Du meinst die Fotografen auf den Bildern im Blog? Wenn ich das richtig im Kopf habe, ist auf dem 1. Bild ein 4/600mm, auf dem 2. Bild ein 2.8/400mm (ev. mit Konverter) und auf dem 3. Bild wahrscheinlich ein Weitwinkel im Einsatz. Für die Surffotografie vom Strand hast du eigentlich fast nie genug Brennweite. Da kommt einem der Cropfaktor der (älteren) Canons noch etwas entgegen. Im Unterwassergehäuse hingegen setzen die meisten Fotografen eher auf Weitwinkel (Festbrennweite), manchmal aber auch auf gemässigte Tele (bis 85mm).

      In der allgemeinen Sportfotografie hängt es natürlich schon sehr stark von der Sportart ab, die du fotografieren willst. Da kommt eigentlich alles von 14mm (wenn nicht sogar Fisheye) bis zum 600mm zum Einsatz.

      Hoffe deine Frage beantwortet zu haben. Wenn nicht, einfach nachhaken. Gruss, Daniel

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