Eishockey hinter Plexiglasscheiben

Eishockey zu fotografieren macht leider nicht immer nur Spass. Gut, man kann, im Gegensatz zum Fussball, nicht durch einen Wolkenbruch überrascht und entsprechend „weichgespült“ am Spielfeldrand sitzen. Man friert vielleicht etwas an die Füsse oder man bekommt klamme Finger, aber dagegen kann man sich absichern. Nein, den Spass verderben kann einem die in allen Stadien vorhandenen Plexiglasscheiben. Natürlich braucht es diese Plexiglasscheiben, keine Frage. Wer will denn schon im Minutentakt den Kopf einziehen, um nicht von einem Puck getroffen zu werden. Ok, ganz so dramatisch ist es natürlich nicht. Aber es geht bei diesen Scheiben ja nicht nur um die Sicherheit der Zuschauer, auch die Spieler werden so besser geschützt.
 Dennoch, als Eishockeyfotograf sind diese Plexiglasscheiben ein einziges Ärgernis. Schon ein leicht schräger Winkel kann das Bild massiv beeinträchtigen. Ständig kämpft man mit Spiegelungen und der Weissabgleich verändert sich praktisch von Bild zu Bild. Dazu kommt, dass der Autofokus immer wieder verrückt spielt, eben gerade wegen den Spiegelungen. Und, zu guter Letzt weisen die meisten Bilder aufgrund der Plexiglasscheibe einen Grauschleier auf. Sie wirken irgendwie matt.
Was kann man dagegen unternehmen? Nicht viel, eigentlich. Man muss sich mit den Gegebenheiten abfinden und hoffen, dass der ZSC (nicht nur!) irgendwann zur Einsicht gelangt und Veränderungen vornimmt. Ich denke da z.B. an eine Art Podest, auf welches die Fotografen stehen können, um über die Plexiglasscheiben hinweg zu fotografieren. Eine allfällige Helmpflicht wäre dabei sicherlich das kleinste Übel. Oder man fotografiert mit einer längeren Brennweite (> 400mm) von der Tribüne aus. Ist zwar nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, da Sportbilder „auf Augenhöhe“ oder aus der Froschperspektive nun einmal spektakulärer wirken, aber wenigstens hat man mit dieser Variante keine Spiegelungen oder matschigen Bilder.

Nun gut, die Saison ist noch jung. Da kann sich noch einiges ändern. Am Freitag werde ich aber so oder so wieder im Hallenstadion hinter den Plexiglasscheiben stehen und versuchen, aufregende Eishockeybilder zu machen. Dann wird mich vielleicht die Kälte mehr beschäftigen als die wenig optimale Sicht auf das Spielfeld.

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