Erfahrungsbericht Nikon D4 – Part I

Vor ein paar Wochen war sie plötzlich da, die Nikon D4. Also rasch ausgepackt, Akku aufgeladen und los fotografiert. Der erste Eindruck? Unbeschreiblich. Was liegt da näher, als meine Eindrücke hier der Welt mitzuteilen? Aber das braucht Zeit, und die hatte ich in den letzten Tagen und Wochen schlicht nicht. Ärgerlich, aber leider wahr. Doch jetzt will ich es nicht länger auf die lange Bank schieben und zumindest mal einen ersten Eindruck loswerden.

Einige Gedanken zu Beginn

Nun ist es also doch eine D4 geworden und nicht etwa die D800. Hab ziemlich lange mit mir gerungen deswegen. Letztendlich hat aber die breitere Einsatzmöglichkeit den Ausschlag gegeben. Ich wende mich zwar vermehrt anderen Themen als der Sportfotografie zu, doch ab und an will ich doch auch Sport fotografieren, und da sehe ich halt die D4 schon im Vorteil. So, jetzt aber los…

Bei der Vorstellung der Nikon D4 war das Gemurmel gross, nicht Wenigen waren die 16.7 MP zu wenig, Anderen war der Sprung von der D3s zur D4 nicht gross genug. Auch der neue Akku oder die neuen Speicherkarten fanden zu Beginn mehr Kritiker denn Befürworter. Die anfänglichen Lieferschwierigkeiten konnten mich hingegen nicht gross beeindrucken, da ich mir mein Exemplar sowieso frühestens im Sommer oder gar erst im Herbst zulegen wollte. Gut, dadurch bin ich möglicherweise nicht in den Genuss einer XQD-Speicherkarte mit zugehörigem Kartenleser gekommen. Aber damit werde ich leben müssen.

Ich hab es ja schon angesprochen. Der breite Einsatzbereich der D4 ist mir enorm wichtig. Ich will eine Kamera, mit der ich Sport genauso gut fotografieren kann wie People, Landschaft oder Architektur. Natürlich ergeben sich daraus diverse Anforderungen an die Kamera. Neben einem guten Rauschverhalten auch in dunklen Umgebungen ist ein perfekter Autofokus, ein zuverlässiges Gehäsue und die Wetterfestigkeit sehr wichtig. Auch die Kapazität des Akkus spielt eine Rolle. Nehmen wir die D4 also in die Hand.

Ergonomie

Mit der D4 hat Nikon die Welt der Kameras nicht neu erfunden. Warum auch, bzw. ist das denn heutzutage überhaupt noch möglich? Aber mit der D4 hat Nikon dennoch einen Schritt vorwärts gemacht. Das Gehäuse hat einige kleinere Updates erfahren. Die Kamera liegt mir jetzt noch besser in der Hand. Vorallem der Hochformatgriff wurde neu gestaltet – jetzt passt es. Und dann, die beiden Joysticks, mit denen man die AF-Felder durch die Gegend navigieren kann springen regelrecht an den Daumen. Daran muss ich mich erst gewöhnen, aber das kommt noch, da bin ich mir ganz sicher. Der Hochformatauslöser ist jetzt da, wo er hingehört (okay, der war an der D3 auch schon gut, aber nicht so 100% wie jetzt) und sogar der Auslöser liegt jetzt automatisch gleich in „Anschlagposition“. Eben all die kleinen Dinge, die es beim Fotografieren ausmachen, sind verbessert worden. Marginal im Detail, aber in Summe wirklich gigantisch.

Neu ist die AF-Umschaltung. Ist jetzt kein Kipp-Schalter mehr sondern wird via Knopf-und-Drehrad umgestellt. Geht erheblich schneller, allerdings ist es mir schon ein paar Mal passiert, dass ich die Einstellung versehentlich und unbewusst verstellt habe. Wie ich das geschafft habe? Keine Ahnung, aber da muss ich noch daran arbeiten. Vom Prinzip her begrüsse ich diese Neuerung. Ich muss die Kamera nicht mehr vom Auge nehmen und kann gleich im Sucher meine Einstellungen vornehmen oder überprüfen.

(AF-)Geschwindigkeit

Okay, ich war schon immer sehr verwöhnt vom AF der D3. Ob da eine signifikante Verbesserung stattgefunden hat wird sich in den kommenden Wochen unter verschiedenen Umgebungen noch zeigen. Dazu werde ich im zweiten Teil näher eingehen. Einen Unterschied in der Geschwindigkeit der Serienbildfunktion zur D3 bemerke ich in der Praxis bisher nicht.

Das „gelbe“ Display

Jaja, ich weiss – alle meckern über das ja „so schlimm gelbstichige Display“ – ehrlich gesagt: Mich stört es überhaupt nicht. Klar habe ich bei den ersten Fotos etwas gestaunt, aber in der Praxis stört mich der „Stich“ wirklich nicht.

Der Akku

Gerade in der Kombination D3/D4 ist es natürlich schade, dass die D4 einen anderen Akku-Typen verwendet. Es gibt sicher gute Gründe dafür und was soll ich mich lange damit beschäftigen. Ändern kann ich es eh nicht. In der Praxis fällt mir schon auf, dass der erste kleine Balken der „Akku-Füllstandsanzeige“ schneller verschwindet als es noch bei der D3 war. Trotzdem habe ich es bisher nicht geschafft, einen Akku beim Einsatz komplett leer zu schiessen, kann man aber sicher hinbekommen. Also: Packt nen zweiten Akku ein, und gut ist.

Die QXD-Karten

Das ist schon eher ein Thema, das ich nicht so ganz verstanden habe von Nikon. Aber gut, auch hier gilt, es ist wie es ist und man muss damit leben. Bisher habe ich mir noch keine QXD-Karten angeschafft und ich werde wohl noch eine Weile damit warten. Der Anschaffungspreis für die Karten und den Kartenleser ist mir einfach noch zu hoch. Ich überlege mir zur Zeit eher, noch die eine oder andere CF-Karte mit höherer Kapazität zu kaufen.

Und die Bilder?

Guter Punkt – denn darum geht es doch Letztendlich. Die Bilder sind BEEINDRUCKEND und aus meiner Sicht einen ganzen Schritt klarer, schärfer, dynamischer und noch ein wenig mehr „WOW“.

Besonders die Klarheit der Bilder hat es mir angetan, und da fällt tatsächlich die D3 ab. Trotzdem muss man natürlich sagen, dass wir hier am absolut oberen Ende der (heutigen) Fahnenstange diskutieren. Aber beeindruckend ist das Ergebnis schon. Ich werde in den nächsten Wochen dieses Thema noch verstärkt hier beschreiben und natürlich zeigen.

Und jetzt? Muss ich die auch kaufen?

Solche Entscheidungen muss jeder mit sich selbst ausmachen. Wer ein zuverlässiges Arbeitstier braucht, mit dem man zuverlässig und schnell arbeiten kann, klasse Bilder auch bei wirklich schlechten Lichtverhältnissen machen muss und möchte, für den kann ich sofort eine Empfehlung aussprechen. Wer heute eine D3 oder D3s hat, weiss wovon ich rede. Aber haben MÜSSEN? Nein, definitiv nicht. Man kann auch mit einer D800 oder Dxxx klasse Bilder machen. Die D4 ist nicht mehr (aber auch nicht weniger) als ein Werkzeug, mit dem man super Fotos machen kann. Nur, auch mit einer D4 wird aus einem weniger begabten Fotografen kein Überflieger.

(Fortsetzung folgt…)

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