Die Angst vor dem weissen Blatt

Kennt ihr das? Letzten Frühling habe ich mich entschlossen, meine Energie vermehrt in die Long Exposure Fotografie zu investieren. Alles war angerichtet und im Juni ging es auch gleich einmal nach Valencia, wo ich weitere Erfahrungen sammeln wollte. Doch kaum wieder zu Hause in der Schweiz fiel ich in ein tiefes, kreatives Loch. Ich fand einfach keine Motive mehr. Nichts und niemand war es mir Wert abgelichtet zu werden. Dabei explodierte mein Kopf beinahe vor Ideen und Projekten, die ich umsetzen wollte. Sobald ich aber die Zeit und Möglichkeit hatte, mich an die Arbeit zu machen, herrsche wieder tiefe Leere. Bei Schriftstellern nennt man so etwas ja die Angst vor dem weissen Blatt.

Dreaming

An manchen Tagen war ich echt schon soweit, alles hin zu schmeissen und meinen ganzen Krempel zu verkaufen. Selbstverständlich war und ist das keine Option. Bleibt also nur eine Möglichkeit: Sich an den Haaren aus dem Sumpf ziehen. Aber das ist natürlich einfacher gesagt als getan. Also ging es erst einmal darum heraus zu finden, was denn die Gründe sind. Nach reiflicher Überlegung und einigen guten Gesprächen mit meiner Frau, sehe ich für mich vor allem einen Punkt, weshalb es in den letzten Wochen nicht mehr funktioniert hat.

Ich habe ganz einfach zu viele Bilder anderer Fotografen angeschaut und im Kopf (oder zumindest im Unterbewusstsein) gespeichert. Klingt jetzt ja vielleicht etwas seltsam, aber genau dieser Umstand hat mich nicht mehr frei und kreativ arbeiten lassen. Ich habe jedes potenzielle Motiv mit all den anderen Bildern in meinem Kopf abgeglichen und für nicht gut genug befunden.

Diesen Umstand versuche ich nun zu beheben, indem ich zwar immer noch die Arbeit anderer Fotografen verfolge, mich aber wieder in erster Linie auf mich und meine Ideen und Vorstellungen konzentriere. Noch gelingt mir das nicht immer – aber, wie gesagt, ich arbeite daran…

Nachtrag: Ja, ich weiss, das Bild in diesem Post hat nichts mit Langzeitbelichtung zu tun. Aber eben, wie oben geschrieben🙂

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