Ein paar Worte zur Nikon D5

Rollerderby ZürichDamals, vor Jahren, als die D3 auf den Markt kam, dachte (nicht nur) ich, wow, was für eine Bombe. Für die Sport- und Tierfotografie gab es damals nichts vergleichbares und nicht wenige Canon-Fotografen haben eben wegen der D3 zu Nikon gewechselt. Dann kam die D4 und ich dachte, besser kann es nun wirklich nicht mehr werden und wenn, dann sind es kleine Nuancen, die im Alltag kaum erwähnenswert sind. Als Nikon nun zu Beginn dieses Jahres die D5 vorstellte war dieser „Haben-Wollen-Reflex“ schlagartig wieder erwacht, doch nach etwas Recherche auch schnell wieder verflogen. Letztendlich muss man auch mal etwas Vernunft walten lassen und nicht immer das Neueste haben. Zumal ich nach wie vor mit meiner D4 sehr zufrieden bin und sie auch tagtäglich klaglos ihren Dienst leistet.

Doch dann kam dieser Tag vor rund einem Monat, als ein Bekannter (vielen Dank Franz Vogel) mir mitteilte, er würde die D5 im Juni für ein Wochenende mieten und ich könne gerne auch ein paar Bilder damit schiessen. Am vergangenen Samstag war es nun soweit. Anlässlich des Homebouts der Zürich City Rollergirlz gegen Dublin Rollerderby hatte ich die Gelegenheit, eine Halbzeit lang mit dem neuen Vorzeigemodell von Nikon zu fotografieren. So ein Anlass ist natürlich nicht unbedingt perfekt für einen Test, zumal ich mich im Vorfeld ja auch nicht tiefgreifend mit den Einstellungen befassen konnte und auch die Halbzeitpause ist für so ein Unterfangen selbstverständlich viel zu kurz. So habe ich denn in der Kürze versucht, einfach meine gewohnten Einstellungen der D4 zu übertragen und anschliessend einfach etwas Spass zu haben und hoffentlich ein paar brauchbare Bilder machen zu können.

Dies ist kein Testbericht!

Nein, dies ist kein Testbericht. Die Gründe dafür habe ich oben geschrieben. Ich will an dieser Stelle einfach drei Punkte anführen, die mir sofort aufgefallen sind und, die mir schmerzlich klar gemacht haben, warum mich meine Frau vor diesem „Test“ gewarnt hat.Rollerderby Dublin

  1. (und 2.): Die Autokusmessfelder sind im Vergleich zur D4 kleiner geworden, die Präzision jedoch um längen besser und, der Autofokus ist Hammer. Ich kann es leider nicht anders formulieren. Er ist schnell, er ist präzis, er ist … Bombe. Ein kurzer Kameraschwenk, neues Objekt ausgewählt, bämm! scharf gestellt. Und das Ding klebt am Objekt, Wahnsinn. Ich mache wohl in keiner anderen Sportart dermassen viele Bilder in rund zwei Stunden wie beim Rollerderby. Eine Vielzahl davon ist einfach mal unbrauchbar, weil die Bilder, nein, nicht unscharf sind, aber eben auch nicht ganz scharf. Erst das 2. oder 3. Bild ist dann wirklich scharf. Man spürt hier schon, dass der Autofokus der D4 etwas träger ist. Träger, nicht unpräziser! Auch verliert der Autofokus der D4 schon mal sein Objekt, wenn man nicht präzise genug arbeitet. Die D5 verzeiht hier in meinen Augen viel mehr. Am Ende des Tages, bzw. der zweiten Halbzeit, hatte ich dann nicht weniger Bilder auf der Speicherkarte als sonst, aber viel mehr Scharfe. Und ich dachte nach der D4, nein, es kann nicht mehr viel besser werden.
  2. ISO: Spasseshalber habe ich die ISO für ein paar Bilder einfach mal auf ISO 8000 gestellt. Ich meine, Rollerderby ist jetzt nicht unbedingt ein so langsame Sportart und in vielen Hallen ist es einfach zappenduster. Da kommen doch hohe ISO Werte wie gerufen. Und auch hier war ich einfach Sprachlos. Unglaublich was da heutzutage möglich ist. Ohne jetzt gross Vergleiche angestellt zu haben, denke ich aber schon, dass die ISO 8000 in etwa vergleichbar mit ISO 4000 der D4 sind. Wow!

Rollerderby ZürichEs sei an dieser Stelle noch einmal erwähnt, dies ist kein objektiver Testbericht. Es sind lediglich ein paar Impressionen nach dem Gebrauch der Kamera während rund einer Stunde. Auch für die D5 gilt, man muss sich Zeit nehmen und die für die jeweilige Situation geeigneten Einstellungen finden. Das braucht etwas Zeit, aber dann…

Fazit: Nein, ich bin am Montag nicht losgerannt und habe mir eine neue Kamera gekauft und nein, ich werde das auch in den kommenden Wochen nicht tun, auch wenn das „Haben-Wollen“ wieder zurück ist. Ich werde mir schon wieder ein paar Gedanken über Sinn und Unsinn eines Kaufes machen und die könnten dann in etwa so lauten:

Braucht man denn überhaupt eine Kamera wie die D5? Wenn Sie Sport- oder Tierfotograf sind und ihren Lebensunterhalt mit der Fotografie verdienen, dann ja, unbedingt. Wenn Sie gerade ein wenig Kleingeld übrig haben, Haus und Hof verkauft haben oder eine grössere Erbschaft tätigen konnten, dann, wieso nicht. Für alle Anderen gilt: Die Kamera macht Spass und ist schlicht wow. Ein besserer Fotograf wird man aber auch damit nicht.

Die hier gezeigten Bilder sind wie erwähnt alle beim Rollerderby entstanden, aber nicht alle auch mit ISO 800 und die Bilder sind natürlich nachträglich bearbeitet.Rollerderby Zürich

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