Reise nach Innen

Island, Iceland

Aktuell stehen für die Meisten von uns ihre Ferien bevor. Was man während dieser Zeit macht oder wohin man reist, hängt vom einzelnen Individuum ab. Die Einen reisen ans Ende der Welt, andere irgendwo in die Natur oder, als Kontrast in eine der zahlreichen Grossstädte dieser Welt und wieder andere verbringen eine bis zwei Wochen auf einer der berühmtesten Partyinsel der Welt.

Ich für meinen Teil bin für zwei Wochen in den hohen Norden, genauer gesagt nach Island gereist. Es war meine insgesamt dritte Reise dorthin, von daher wusste ich ja schon ziemlich gut, was mich erwartet. Doch dieses Mal bin ich einem anderen Ansatz gefolgt. Während es bei den ersten beiden Reisen fast ausschliesslich um’s fotografieren ging, wollte ich mich dieses Jahr wieder einmal „erden“, d.h. nach den letzten, sehr hektischen Wochen zur Ruhe kommen, wieder einmal die nackten Füsse auf die Erde stellen. Sich nicht um Facebook, Instagram Likes und Follower zu kümmern, ja, überhaupt auf all die Social Medias und anderen Medien zu verzichten. Und wenn nicht total zu verzichten, dann zumindest auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Ich habe auch ganz bewusst darauf verzichtet, meinen Laptop mitzunehmen.

Auch meine fotografischen Aktivitäten habe ich auf ein Minimum reduziert, d.h. ich habe mich praktisch ausschliesslich mit Langzeitbelichtungen beschäftigt. Da ist es ja schon fast unmöglich, mit einer Tonne an Bildern zurück zu kommen.

Habe ich etwas verpasst? Nein, absolut nichts. Im Gegenteil. Ich habe nur gewonnen. Ich bin noch selten so entspannt und ausgeglichen aus den Ferien zurück gekommen. Ich konnte viele offenen Fragen der letzten Wochen für mich beantworten und, ich bin mir einmal mehr noch stärker bewusst geworden, was (für mich) im Leben wirklich zählt.

Wenn du morgens um 4 (notabene bei Tageslicht) am Goddafoss sitzt und die pure Kraft der Natur auf dich wirken lässt oder am späten Abend beim Selfoss die unglaubliche Ruhe geniesst, wird dir schlagartig bewusst, was Leben wirklich heisst.

Natürlich bedeutet das jetzt nicht, dass ich mein Leben hier in der Schweiz nicht weiterlebe oder, dass ich all die Projekte, welche ich schon begonnen oder zumindest geplant habe in 2016 nicht auch umsetzen will und werde. Die Reise und die Erfahrung haben mir aber gezeigt, auch in den kommenden Wochen und Monaten immer mal wieder einen kleinen Break in der freien Natur einzulegen. Schliesslich gibt es gerade hier in der Schweiz genügend geeignete Plätze dafür.

Nachtrag: Mittlerweile bin ich schon wieder eine Woche zurück und muss höllisch aufpassen, nicht wieder in das alte Fahrwasser zu geraten.

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