Shooting-Erlebnis Prag

Shootingreise PragFür einmal stand bei einem Städte-Trip nicht Sightseeing sondern das eine oder andere Fotoshooting im Zentrum. So geschehen vergangene Woche in Prag. Doch der Reihe nach:

Im März/April reifte in mir der Wunsch, einmal nach Prag zu reisen und dort einige Shootings durch zu führen. Eine kurze Recherche im Internet führte mich auf die Webseite von Czechphotoshoot, welche von Veronika, einem ehemaligen Model geführt wird. Ich hatte letztes Jahr das Vergnügen, Veronika hier in der Schweiz kennen zu lernen und ein tolles Shooting mit ihr gehabt. Ich war sofort begeistert von ihrem Angebot, sowohl was die Models anbelangte, als auch von den Locations und den Unterkünften, welche über sie gebucht werden können.

Mein Plan war, am Dienstag mit dem Auto anzureisen, am Mittwochmorgen ein erstes Shooting zu machen und dann am Donnerstag jeweils am Morgen und am späten Nachmittag noch einmal ein Model zu buchen. Am Freitag sollte es dann wieder zurück in die Schweiz gehen. So hatten meine Frau (und MUA) noch etwas Zeit, am Dienstagabend und auch am Mittwoch die Stadt anzusehen (was uns im Übrigen auch gut gelungen ist, obwohl es vor allem am Dienstagabend sintflutartige Regenfälle gab…).

Die Planung und Vorbereitung im Vorfeld lief absolut professionell und problemlos ab. Bis dann, ca. 1 Woche vor der Reise, 2 der 3 Modelle plötzlich abgesagt haben und wir erneut auf Modelsuche gehen mussten. Dies scheint aber wohl einfach zur heutigen Zeit zu gehören – auch wenn ich es nicht verstehe. Schon gar nicht, wenn man den Termin Wochen, wenn nicht Monate zuvor gebucht hat. Wie auch immer. Die Auswahl an interessanten Models, welche für Czechphotoshoot arbeiten, ist zum Glück gross genug und so konnten wir auch dieses kleine Problem lösen.

Um es kurz zu machen und gleich vorweg zu nehmen. Vor Ort hat alles Perfekt geklappt. Das Apartment, welches wir gebucht hatten, entsprach unseren Erwartungen und die Übergabe am Dienstag verlief völlig problemlos, da Veronika zum vereinbarten Zeitpunkt vor Ort war. Auch beim Shooting am Mittwoch, welches wir in einer sehr coolen Location mitten in der City hatten, war perfekt organisiert. Ich wiederhole mich, aber es lief wirklich alles wie am Schnürchen (selbst die Models waren mehr oder weniger pünktlich ;-)).

Einen kleinen Aufreger gab es dann aber doch noch… Nachdem wir am Donnerstagmorgen sowohl im Apartment als auch auf der grossen Terrasse fotografiert und wirklich sehr schöne Bilder gemacht haben, freuten wir uns natürlich auf das Shooting am Nachmittag. Zuerst war geplant, dass wir dieses Shooting in einer Outdoor-Location machen, dann überlegten wir uns, einen City-Walk zu machen, entschlossen uns zum Schluss aber, im Apartment zu bleiben, da wir das Gefühl hatten, die Location noch nicht ausgereizt zu haben. So weit so gut. Wir haben dann auch pünktlich angefangen und ca. 1.5 Stunden konzentriert aber mit viel Spass fotografiert. Plötzlich wurde laut gegen die Eingangstür gehämmert. Model, MUA und Fotograf schauten sich nur verwundert an… Ich bin dann mal zur Tür gegangen, um zu schauen was los ist. Ja, und dann ging die Post ab. Stand da doch so ein Typ vor der Türe, ein Bewohner des Hauses und selbsternannter Manager und Sittenwächter. Als er mich erblickte, brüllte er mir die übelsten Dinge entgegen. Dinge, die ich an dieser Stelle nicht wiedergeben will. Anscheinend konnte er uns beim Shooting beobachten und das alleine hat wohl gereicht, dass er komplett ausrastete. Er drohte mir dann mit der Polizei, wenn ich nicht sofort mit dem Fotografieren aufhören würde. Meine Versuche, ihm die ganze Angelegenheit vernünftig und in Ruhe zu erklären scheiterten daran, dass ich überhaupt nicht zu Wort kam. Obwohl ich wusste, im Recht zu sein, war anschliessend die Luft für die Weiterarbeit irgendwie draussen. Wir haben uns dann entschlossen, das Shooting nach draussen zu verlegen und konnten letztendlich in der restlichen Zeit doch noch das eine oder andere coole Bild machen. Selbstverständlich habe ich meine Kontaktperson bei der Agentur informiert und diese wiederum die Besitzerin des Apartments (welche dann übrigens ihrerseits wiederum die Polizei einschalten wollte, allerdings nicht wegen oder für mich, sondern für meinen netten Besucher). Ich war aber froh, ist es nicht so weit gekommen, wollte ich doch nur noch ein paar schöne Stunden in Prag geniessen.

Nun, das Bier schmeckte mir nach diesem Shooting-Erlebnis dafür umso besser 🙂 Im Nachhinein muss ich sagen, dass trotz diesem unerfreulichen Zwischenfall die Reise ein super Erlebnis und eine ganz spezielle Erfahrung war, die ich gerne wiederholen würde.

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4 Gedanken zu “Shooting-Erlebnis Prag

  1. Eine spannende Geschichte, ich finde es immer interessant auch etwas zum Hintergrund der Bilder zu erfahren.
    Aber, was bedeutet MUA und warum hat sich der Kerl so aufgeregt? Weil es Aktfotos waren, weil er dich für einen Verbrecher hielt oder warum? Vielleicht bin ich auch etwas zu naiv?

    1. MUA bedeutet Makeup Artist. Einige Fotos, welche wir gemacht haben waren verdeckter Teilakt. Da kann es schon einmal vorkommen, dass eine Brust ganz zu sehen ist während dem Shooting. Das Apartment hatte eine grosse Fensterfront auf beiden Seiten. Die hatten wir natürlich genutzt für natürliches Licht. Offensichtlich konnte er uns dabei beobachten. Die Wohnungen sind recht verschachtelt angeordnet. Er hat mir dann unterstellt, wir würden einen Porno drehen oder was weiss ich 😉 So kann das gehen…

      1. Da macht es wahrscheinlich Sinn in der Vorbereitung, die sowieso nötig ist für solch ein Shooting, auch noch die Rechtslage im Land abzuklären. Das wirklich nix passieren kann…

      2. Sicher, das Shooting bzw. die Location und das Model habe ich über eine in Prag ansässige Agentur organisiert. Die Vermieterin wusste also Bescheid und war auch einverstanden. Meine Kontaktperson hat im Übrigen die Vermieterin noch am gleichen Nachmittag kontaktiert und diese wollte dem Kerl auch gleich die Polizei auf den Hof schicken. Anscheinend, wie ich später erfahren habe, macht der Typ oft und gerne Ärger.

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