Lightroom vs Capture One Pro

Wohl die meisten Fotografen, welche in RAW fotografieren, nutzen entweder Adobe Lightroom oder Capture One Pro von PhaseOne. Persönlich beschäftige ich mich schon seit einiger Zeit mit beiden Programmen bzw. habe beide Tools aktiv im Einsatz. In einer dreiteiligen Serie schreibe ich meine ganz persönliche Sich zu diesem Thema und zeige, mit welchem RAW-Konverter ich zur Zeit arbeite und warum.

Rückblick

Ungefähr 2003 hat für mich das digitale Zeitalter in der Fotografie begonnen. Meine erste DSLR war eine Canon 10D. Fotografiert habe ich damals praktisch ausschliesslich direkt in Jpeg. RAW war für mich eigentlich noch kein Thema. Zu gross waren meine Berührungsängste. Klingt irgendwie komisch heute, war aber so. Zumal, als ehemaliger Dia-Fotograf war man sich gewohnt, möglichst exakt und punktgenau zu fotografieren. Auch das Angebot an guten RAW-Konvertern war damals natürlich noch sehr bescheiden. Wenn ich mich richtig erinnere, gab es zwar schon eine Lightversion von Capture One (Capture One LE), aber wie gesagt, es war eigentlich noch kein Thema für mich. Dazu kam, dass ich mich vor allem in der Sportfotografie austobte und da ist ja bekanntlich alles auf Speed ausgerichtet. Keine Zeit also für lange RAW-Konvertierungen. Dies änderte sich erst im Oktober 2005, als Apple’s Aperture erschien. Das Programm war im Prinzip genial. Die Bedienung wie auch die Konvertierung der RAW-Files waren für damalige Verhältnisse sensationell. Ich schreibe aber absichtlich im Prinzip, denn einen Makel hatte die Software: Sie war unerträglich langsam und das änderte sich auch nicht bis zur Version 3, der letzten Version die Apple veröffentlichte, bevor Aperture das zeitliche segnete. Anfangs 2007 kam Adobes Lightroom auf den Markt und natürlich gab ich auch diesem Programm eine Chance. Ich muss jedoch gestehen, dass ich mit Lightroom bis zur Version 5 nie so richtig warm geworden bin und so habe ich mich halt, wann immer nötig mit Aperture durch gequält. Das war aber vertretbar, da ich noch immer hauptsächlich als Sportfotograf unterwegs war und dementsprechend weiterhin hauptsächlich direkt in Jpeg fotografierte. Nun, mittlerweile arbeite ich kaum noch als Sportfotograf, sondern habe mich der People- und Finart-Fotografie verschrieben. Doch wie schon erwähnt, hatte Adobe in der Zwischenzeit einiges an Lightroom verbessert und weiterentwickelt und mit Version 5 ein für mich endlich brauchbares Tool auf den Markt gebracht. Da man aber als Fotograf ja von Hause aus neugierig sein muss, habe ich mich natürlich immer wieder für Alternativen umgeschaut und ich wurde fast zwangsläufig auf CaptureOne Pro von PhaseOne aufmerksam. So entschloss ich mich dann 2014 die Demoversion herunter zuladen und auszuprobieren. Der Test verlief jedoch sehr unbefriedigend und war schon nach wenigen Tagen beendet. Die damalige Version 7 hatte, zumindest auf dem Mac, ein gravierendes Problem mit externen Festplatten, was zu vielen Programmabstürzen und elendig langsamem Betrieb führte. Da ich mich mittlerweile sehr gut in LR eingearbeitet hatte und mich auch wohl fühlte damit, schmiss ich COP wieder von der Festplatte. Dennoch, irgendwie hatte ich Blut geleckt und so habe ich die Entwicklung von Capture One nie aus den Augen verloren. Als dann die Version 8 erschien gab ich dem Programm noch einmal eine Chance und siehe da, alles lief wie am Schnürchen. Vor allem die Tethering Funktion war (und ist) einfach genial. Da kann Lightroom überhaupt nicht mithalten – aber halt, ich bin ja schon beim Vergleichen….

Wie gesagt, Tethering ist eine coole Sache mit Capture One Pro und da ich immer mehr im Studio arbeitete und die Bilder direkt auf den Computer schicke, blieb ich bei Capture One Pro. Zumindest was diesen Teil meines Workflows betrifft. Denn, mit der Weiterverarbeitung der RAWs und somit der Bedienung von Capture One Pro hatte ich noch lange meine Probleme. Aus diesem Grund habe ich meinen Workflow auch geteilt. Tethering und (Vor-)Auswahl der Bilder in Capture One Pro und anschliessend alles in Lightroom importieren, bearbeiten, konvertieren und drucken. Eine Arbeitsteilung, welche ich auch von anderen Fotografen kenne, die aber soweit natürlich nicht optimal ist.

Soweit der erste Teil meines Vergleiches. Nachfolgend zeige ich noch ein paar Bilder, welche entweder mit Lightroom oder Capture One Pro konvertiert wurden. Im zweiten Teil gehe ich dann auf die Unterschiede und die Vor- und Nachteile der beiden Programme ein.

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