Schwarzweiss oder Farbe?​

In den letzten Monaten hat sich mein Bildstil stark in Richtung ‚Schwarz-Weiss‘ gewandelt. Interessanterweise konnte ich vor einigen Jahren noch sehr wenig damit anfangen. Irgendwie fehlte mir die Farbe 🙂 Aktuell ist es gerade umgekehrt. Klar gefallen mir auch farbige Bilder und ich versuche mich immer wieder darin, auch hier einen Look zu finden, der mir entspricht und der mir gefällt. Doch ich schweife schon wieder ab. Denn darum soll es heute nicht gehen.

Früher, zu analogen Zeiten, wurde einem die Entscheidung, ob Farbe oder Schwarzweiss, schon vor der Aufnahme abgenommen. Entweder man hatte einen Farbfilm oder dann halt einen Schwarzweissfilm in der Kamera. Das Ergebnis war also ganz einfach „Entweder oder“. Heute, im Zeitalter der Digitalfotografie hat sich auch das geändert. Auch wenn man z.B. mit den Fujis schon Sw-Aufnahmen out-of-cam bekommt, hat man dennoch noch immer die Möglichkeit, gleichzeitig in RAW zu fotografieren und die sind und bleiben halt farbig. Man kann also später bei der Nachbearbeitung entscheiden, ob und wenn ja warum…

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Das sieht man dann auch bei sehr vielen Fotografen recht deutlich, da sie das Foto im verwendeten RAW-Konverter in Farbe belassen und bearbeiten, in Photoshop exportieren, das Finetuning vornehmen und erst dann die Sw-Konvertierung durchführen. Dagegen ist selbstverständlich nichts einzuwenden. Mich beschleicht dabei jedoch oftmals das Gefühl, dass bei dieser Vorgehensweise keine klare Bildidee vorhanden ist und, im schlimmsten Fall, versucht wird aus einem mittelmässigen Foto doch noch etwas Spannendes zu machen. Letzeres funktioniert aus meiner Sicht jedoch nicht. Bei der Fotografie in Schwarzweiss gelten schon bei der Aufnahme ganz andere Kriterien. Linien, Licht und Schatten, grafische Elemente spielen eine viel grössere Rolle als bei farbigen Bildern (welche übrigens sehr oft auch „nur“ von der Farbe leben, aber das ist dann wieder ein Thema für sich).

Aus diesem Grund halte ich meinen Workflow von anfang an in Schwarzweiss. Unhabhängig davon, ob ich tethered shoote, also direkt in den Computer, oder einfach nur auf die Speicherkarte, die Bilder werden sofort in Schwarzweiss angezeigt. Und auch danach, also die Bildauswahl, Export und Finish in Photoshop erfolgt ‚farblos‘.

Selbstverständlich kann das jeder halten wie er will und für richtig hält. Letztendlich zählt ja, wie immer in der Fotografie, nur das Resultat. Ich hoffe dennoch mit diesem Post den Einen oder Anderen dazu zu bewegen, sich einmal Gedanken darüber zu machen.

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